Heute möchte ich ein praktisches Thema aufgreifen.
Ich werde Dir in diesem Artikel zeigen, was Du brauchst, um selber professionelle Produktfotos zu machen. Ich werde auf alle Aspekte eingehen, so dass Du nach diesem Artikel nicht nur weißt, wie Du es anstellst, sondern auch, was Du dafür brauchst.

Zuerst möchte ich Dir in 3 Schritten zeigen, was für Vorteile eigene Produktfotos haben, um dann zur Aufnahmetechnik, Vorgehensweise und zur Nachbearbeitung zu kommen.

Also legen wir gleich los und verpassen Deinem Online-Shop ein gehöriges Umsatz-Upgrade durch eigene Produktfotos. ;)

Produktfotos in Eigenregie

Zuerst natürlich die Frage der Fragen: Warum sollte man denn überhaupt eigene Produktfotos für seinen Online-Shop erstellen?
Auf Anhieb fallen mir direkt zwei Antworten ein, die sich auch gleich auf Deinen Umsatz auswirken.:

  1. Frage Dich, ob Du bisher die nötigen Nutzungsrechte hast, vorhandene Bilder der Produkte in Deinem Shop zu nutzen! Denn nur, weil ein Hersteller Produktfotos seiner Waren auf seiner Website zum Download anbietet, hat man noch nicht seine Erlaubnis zu deren Nutzung. Diese müsste man sich z.B. per E-Mail gesondert einholen. Bitte denk hier nicht, durch den Verkauf im Interesse des Herstellers und damit auf der „abmahnungsicheren“ Seite zu handeln. Teilweise wollen Hersteller den Einzelhandel stärken oder auch der Einzelhandel selbst kann sich an Deinem Angebot stören und nach Gründen suchen…
    Ich will an dieser Stelle keine Rechtsberatung geben - dafür fehlt mir der juristische Hintergrund. Ich will Dich aber auf die Problematik aufmerksam machen. Vermeide fremde Produktfotos oder prüfe genau deren Nutzungsrechte.

  2. Sehr wichtig sind nun aber gute Bilder, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Gute Bilder sind enorm wichtig für Deine Conversion-Rate! Zeige hier Details und achte auf gute Qualität. Das betrifft natürlich auch Deine Produkt-Texte. Beides sind gewichtige Gründe, Deine Produktfotos selbst in die Hand zu nehmen. Und Du hast damit sogar noch die Möglichkeit, einen einheitlichen Look und eine gleichbleibende Qualität in Deinem gesamten Shop anzubieten. Das schafft Vertrauen und wirkt professionell.

1. Die Technik - Grundlage für eigene Produktfotos

Kommen wir nun also zur Technik. An dieser Stelle versuche ich, Dir einen guten Mittelweg zwischen Qualität, Kosten und Aufwand zu zeigen und erkläre auch, warum ich diesen Weg empfehle.

Je nachdem, wie groß Dein Onlineshop ist, empfehle ich für reproduzierbare Ergebnisse durchaus den Aufbau eines Mini-Studios für Deine Produktaufnahmen. D.h. idealer Weise solltest Du zumindest eine Zimmerecke dafür einrichten.

Dein Vorteil: Der Aufbau bleibt möglichst gleich. Dadurch produzierst Du vergleichbare Bilder, die Du dann wiederum mit gezieltem Einsatz von Automatismen (dazu später mehr) zu einheitlichen Ergebnissen überführst.

Die Kamera für Deine Produktfotos

Für Produktfotos bieten Kameras mit Wechselobjektiven mehr Flexibilität Grundsätzlich bieten heutzutage fast alle Kameras eine ausreichende Mindestqualität.

Vielleicht hast Du auch bereits eine Kamera, die Du (idealer Weise ausschließlich) dafür benutzen kannst. In dem Fall musst Du Dir natürlich auch keine Neue kaufen…

Häufig sind die Produkte Deines Shops begrenzten Ausmaßes. D.h. man braucht oft einen großen Abbildungsmaßstab. Hier kommt man schnell an Grenzen, wenn es um die Schärfe geht.

Ein Produktfoto sollte das Produkt meistens komplett scharf darstellen.

Das erreichst Du mit einer Crop-Kamera leichter, als mit einer Vollformat-Kamera. D.h. für die Produktfotografie ist eine kleinere Sensorfläche eher förderlich. Damit empfehlen sich alle Sensoren unter Kleinbildgröße. (APS, Micro-Four-Third)

Das schlechtere Rauschverhalten der kleineren Chips spielen für Deine Produktfotos keine Rolle. Denn wir setzen das Licht in ausreichender Menge und gezielt ein.

Des Weiteren würde ich eine Spiegelreflex- oder Systemkamera empfehlen, da man hier mit der Objektivwahl flexibler ist. Ich denke da z.B. an Macro-Objektive oder sogar Shift-Tilt-Objektive. Selbst letztere könnten bzgl. der Schärfeebene in manchen Fällen Sinn machen.

Was nun den Kamerahersteller betrifft, sollte jeder bei dem System bleiben, was er kennt und liebt. Folgende Kameras halte ich für geeignet.:

Das Stativ

Nun haben wir die Kamera. Doch aus der Hand machen wir die Aufnahmen nicht. Wir wollen für gute Produktfotos reproduzierbare Ergebnisse.

Hier ist Stabilität wichtig und das bringt ein gutes Stativ. Das Stativ darf nicht wackeln und darf sich auch nicht unbeabsichtigt verstellen.

Da wir es aber auch nicht auf die Urlaubsreise mitnehmen wollen, spielt das Gewicht keine Rolle. Es braucht also kein Carbon-Stativ sein. Hier kann man sogar mal schauen, ob ein gutes gebrauchtes Stativ seinen Dienst tun kann.

Ich persönlich bin seit vielen Jahren Fan von den Manfrotto-Stativen. Das ist aber nur eine persönliche Vorliebe, da diese auch nicht so günstig sind. Beispiel: Manfrotto 190X *

Der Aufnahmetisch

Neben der Kamera brauchst Du etwas, wo Du Dein Produkt platzieren wirst. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten für die unterschiedlichsten Anforderungen. Sollte mein Vorschlag nicht zu Deinen Produkten passen, schreibe es in die Kommentare und ich gebe Dir gern einen für Dich passenden Tipp.

Versuche einen Tisch passend zu dem Gros Deiner Produkte zu finden. Wähle den Tisch nicht zu groß. Das Produkt sollte jedoch auch sicher darauf stehen können. Für Produktfotos eignen sich oft kleinere Tische, da man mit den Lichtquellen näher heran kommt.

Die Grundidee ist die, dass man sich den Tisch an eine Wand stellt. Davor stellt man die Kamera und an den Seiten die Lichtquellen. Auf dem Tisch hat man nun verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten für seine Produktfotos. Vieles hängt dabei vom persönlichen Geschmack ab.

Die einfachste Möglichkeit ist, ein weißes Papier auf den Tisch zu legen und ein weißes Papier hinten an der angrenzenden Wand zu befestigen. Dadurch erzeugt man einen künstlichen Horizont.

Ist dies nicht gewünscht, kann man einen größeren Bogen Papier nehmen, ihn an der Wand befestigen. Dabei wird dieser nur oben befestigt, so dass das Papier eine Hohlkehle zum Tisch bildet.

Das hat den Vorteil, dass hinter Deinem Produkt kein künstlicher Horizont zu sehen ist. Wenn Du nicht die Möglichkeit hast, den Tisch an eine Wand zu stellen, dann gibt es auch kleine Hilfsmittel, um eine Hohlkehle aufzubauen. Wie zum Beispiel Novoflex MS30 Magic Studio Aufnahmetisch *.

Natürlich gibt es auch größere Aufnahmetische, die sogar Deinen Tisch überflüssig machen. Hier entscheiden allein Dein Budget, Deine Vorlieben und Deine Produkte. Wenn Du dazu Fragen hast, schreibe sie einfach in die Kommentare.

Das Licht

Produktfotos brauchen weiches Licht - Das liefern sog. Softboxen Kommen wir nun zum Licht. Grundsätzlich versucht man das Licht der Produktfotografie so schattenfrei wie möglich zu halten. Damit entfällt schon der Einsatz von direkter Sonne/Lampe oder direktem Blitz.

Oft wird geraten, an einem Fenster zu fotografieren. Das ist grundsätzlich auch kein schlechter Tipp, der schnell zu brauchbaren Ergebnissen führt. Das Problem für Dich als Onlineshop-Betreiber ist nur die Wiederholbarkeit. D.h. wenn Du morgen Nachmittag ein Produktfoto machst, wird es anders aussehen als übermorgen.

Du müsstest also jedes Foto individuell anders nachbearbeiten. Das mag also für ein einzelnes Produktfoto gut sein. Ich möchte Dir jedoch den für Dich nachhaltigeren Weg zeigen, der Dir im Nachhinein viel Zeit ersparen wird.

Ich empfehle Dir also eine Raumecke z.B. im Keller für Deine Produktaufnahmen einzurichten. Nimm allerdings nicht direkt eine Ecke, weil Du noch Lampen aufstellen musst. Ich meine das eher sinngemäß, dass Dir der Aufbau nicht im Weg steht.

Zuerst musst Du Streulicht vermeiden und ausschalten. Kannst Du also nicht nur das Licht ausschalten, sondern auch das Fenster verdunkeln? Wenn nein, solltest Du jetzt darüber nachdenken. Denn Streulicht kann die Qualität Deiner Aufnahmen massiv negativ beeinflussen und Du verlierst unser Ziel der Wiederholbarkeit.

Nicht nur im Filmbereich geht man da den quick & dirty-Weg mit Molton und Gaffa. Einfach passend zuschneiden und auf den Fensterflügel kleben. So bekommst Du es jederzeit zum Lüften auf. Wenn Du den Raum noch anders nutzt, kannst Du natürlich auch einen Vorhang benutzen.

Und lasse auch das Raumlicht noch bis zur Aufnahme an, damit Du noch etwas siehst. :fa-smile-o:
Wenn Du alles Streulicht ausgeschaltet hast, den Aufnahmetisch und die Kamera aufgestellt hast, geht es ans gezielte Ausleuchten. Der Vorteil bei dieser Variante ist, dass Du nichts dem Zufall überlässt und die Ergebnisse für jedes Deiner 1000 Produkte wiederholen kannst.

Für eine gezielte Ausleuchtung braucht man Lampen. 2 Lampen sollte hier das Minimum darstellen. Eine Blitzanlage liefert zwar brillantes Licht, ist mit den ganzen Lichtformern aber nicht gerade günstig und erfordert auch mehr Kenntnisse bzgl. der Leuchtzeit, Lichtbeurteilung und Lichtmessung. Deshalb empfehle ich Dir sog. Dauerlichtlampen.

Es gibt kleine Sets bei denen 2 Lampenköpfe, 2 Lichtformer und 2 Stative enthalten sind. Ein Beispiel dafür wäre dieses hier: ESDDI Softboxen 2er Set *

Stelle am besten eines Deiner Produkte als „Lichtmodel“ auf den Tisch bzw. den Hintergrundkarton. Stelle dann die Lampen links und rechts daneben auf. Dabei sollte jedoch genügend Licht auch von vorn auf das Produkt treffen. Stelle sie also für den Anfang so auf, dass sich von oben betrachtet ein Winkel von ca. 45° zwischen Produkt und Kamera und Produkt und Lampe bildet. Bei den Aufnahmen wirst Du diese Anordnung noch genau ausrichten.

Grundsätzlich geht es bei Produktfotos um eine möglichst gleichmäßige schattenfreie Ausleuchtung.
Warum ist das so, wo doch Schatten auch durchaus Spannung erzeugen können?

Das hat eher technische Gründe. Denn in den meisten Onlineshops werden Produkte „freigestellt“. Das heißt, dass sie gar keinen Hintergrund mehr haben und somit direkt in das Design des Shops eingebettet sind. Ein Produkt ist in der Nachbearbeitung leichter freizustellen, wenn es schattenfrei ausgeleuchtet ist. Außerdem möchte der Kunde sich ein möglichst objektives Bild vom Produkt verschaffen und ist an dieser Stelle weniger an werbewirksamen und emotionalen Bildern interessiert. Produktfotos haben einen sachlichen Charakter. Sie informieren über Aussehen, Farbe, Struktur.

Das Lichtzelt

Sollte das Ergebnis noch nicht schattenfrei genug sein oder solltest Du eine andere Beleuchtungstechnik verwenden, dann kann Dir auch ein sog. Lichtzelt weiterhelfen.

Ein Lichtzelt ist ein kleines „Zelt“, das mindestens so groß ist, dass Dein Produkt genügend Platz darin findet. Es besteht aus einem Stoff, der durchleuchtet werden kann. Dadurch erreicht man eine völlig schattenfreie Ausleuchtung. Durch ein kleines Loch im Zelt ragt dann das Objektiv. So kann man das Produkt schattenfrei fotografieren.

Allerdings gehören Lichtzelte nicht zu meinen persönlichen Favoriten. Die Lichtcharakteristik ist fast schon langweilig homogen und es wirkt schnell kontrastarm. Oft ist es ja gerade der Wechsel zwischen hell und dunkel in den Spiegelungen, die dem Produkt einen gewissen Charakter geben.

Man muss sich jedoch zwischen persönlichen Vorlieben und Effektivität entscheiden. Wenn es um große Produktzahlen geht, ist ein „fast perfektes“ Ergebnis, das nur ein Bruchteil der Aufnahmezeit benötigt, oft die bessere Alternative.

Falls Du ein Lichtzelt nutzen möchtest, wäre dieses ein Beispiel dafür: Neewer 80x80 cm Aufnahme Zelt *

2. Der Ablauf

Ziel ist es, einen Prozess zu standardisieren Kommen wir nun zum Workflow. Nehmen wir an, Du hast Dein erstes Produkt in der Hand. Dann legst bzw. stellst Du es zuerst in die Mitte Deiner Hohlkehle. Nun richtest Du grob die Kamera vom Ausschnitt ein und schaltest die beiden Softboxen ein.

Bevor Du nun weitermachst, versichere Dich, dass Du das Fenster verdunkelst und das Raumlicht ausgeschaltet hast. Sonst entstehen unschöne Reflexionen.

Danach bringst Du die Softboxen ungefähr auf die Höhe Deines Produktes und so nah wie möglich heran (Ohne dass sie natürlich im Bildausschnitt auftauchen). Stelle Dich hinter die Kamera und schau Dir Dein Produkt genau an.

Bringe also zuerst das Produkt in Position.
Gibt es eine „Schokoladenseite“?

Richte die Kamera so ein, wie Du es fotografieren willst. Ist die Kamera zu tief, siehst Du nichts von der Oberseite. Ist sie zu hoch, siehst Du zu viel von der Oberseite.

Versuche z.B. bei einem Radio, die wichtigste Seite dominieren zu lassen (also z.B. die Front). Drehe es dann leicht, um auch etwas von der Tiefe des Gerätes zu zeigen. Nun bringe die Kamera in eine leichte Draufsicht. Man sollte ein wenig von der Oberseite sehen können - ohne dass die Hauptseite ihre Dominanz verliert.

Versuche auch darauf zu achten, dass Dein Produkt vollständig vom Hintergrund umgeben ist. Idealer Weise geht der Hintergrund bis zum Bildrand. Wenn nicht, so muss das später in der Nachbearbeitung entfernt werden.

Sieh jetzt am Besten durch die Kamera bzw. möglichst aus dem gleichen Winkel der Kamera zu Deinem Produkt. Betrachte es genau. Gibt es Reflexionen von Deinen Lampen? Wenn ja, bringe Sie ein wenig tiefer, weiter nach hinten oder nach vorn…bis die Reflexion weg ist. Manchmal sind es nur wenige Zentimeter.

Achte darauf, ob die Hauptseite Deines Objektes hell genug ist. Oft „spiegelt“ sich der dunkle Raum und macht diese Seite zu dunkel. Abhilfe schafft hier z.B. ein weißes Blatt. Dieses kannst Du falten und senkrecht aufstellen. Man stellt es vor die Frontseite. Dieses Blatt "spiegelt" sich in der Frontseite und gibt ihr damit Licht. Die Kunst liegt jedoch darin, das Blatt bzw. den Aufheller gleichzeitig nicht im Bild zu haben.

Versuche aber immer so genau und exakt wie möglich zu arbeiten, da dies später viel Zeit durch Automatismen spart.

Die Aufnahmen

Die Genauigkeit bei den Aufnahmen, machen Automatismen erst möglich Nun geht es an das Foto - das 1. Produktfoto. Stelle Deine Kamera auf manuell. Stelle die Schärfe ein. Die Frontseite muss vollkommen scharf sein. AF spätestens jetzt ausschalten! Stelle eine kleine Blende ein. Ich empfehle Blende 11. Hier sollte es, je nach Objektiv, noch keine Beugungsunschärfe geben.

Die Zeitautomatik zeigt die richtige Verschlusszeit an bzw. liefert schon eine gute Grundlage. Das Entscheidende ist, diese Einstellungen für alle Aufnahmen beizubehalten.

Ich empfehle Dir den sog. Spidercube * zu verwenden. Diesen stellst Du möglichst nah an Dein Produkt. Mache eine Aufnahme mit ihm und nehme ihn dann wieder weg. Dies machst du zur Sicherheit ein Mal vor jeder Aufnahmeserie ähnlicher Produkte (nicht bei jedem einzelnen Produkt). Der Spydercube liefert eine schnelle und exakte Hilfestellung für die Feinsteuerung Deiner Belichtung und des Weißabgleiches in der Nachbearbeitung.

Danach kommt die eigentliche Aufnahme. Hier kannst Du selbst entscheiden, ob Du an Deine Kamera gleich einen MacBook anschließt und sog. tethered Shooting machst. Dabei umgeht man den Schritt, erst auf eine Speicherkarte aufzunehmen und diese dann in den Computer zu übertragen. Man hat die Ergebnisse direkt in Lightroom und kann diese am Monitor besser und schneller beurteilen. Nimm am Besten die erste Aufnahmen im Raw-Format auf. Wenn Du den Prozess zum perfekten Produktfoto fertig hast, kann man den Prozess optimieren.

3. Die Nachbearbeitung

Die Nachbearbeitung ist sehr individuell. Grundsätzlich musst Du immer versuchen, eine Art Vorlage für Deine Produktfotos mit dem 1. Foto zu schaffen. D.h. alles einmal einrichten und so lange am Ergebnis feilen, bis es passt. Dann versucht man diese Schritte exakt für alle Produkte zu reproduzieren. Wenn Du bei der Aufnahme so vorgehst, wird Dir das auch bei der Nachbearbeitung zu Gute kommen.

Dadurch ergeben sich aber auch recht individuelle Prozesse. Die Nachbearbeitung kann ich daher nur exemplarisch erläutern.

Markiere im Lightroom nun alle Bilder und öffne die erste Spidercube-Aufnahme im Entwickeln-Modul. Wähle die Weißbalance-Pipette und klicke auf eine der grauen Flächen des Spidercube. Danach sollten alle Aufnahmen die richtige Farbe haben. Wähle dann die Belichtung so, dass die Glanzlichter auf der Kugel noch gut zu sehen sind und das Loch des Spidercube ebenfalls. (Ist das Bild zu dunkel, verschwindet das Loch. Ist es zu hell, ist der Glanzpunkt überstrahlt)

Für die oben angesprochene Prozessoptimierung kann man die Kamera schon so einstellen (Verschlusszeit und manueller Weißabgleich), dass alle nachfolgenden Produkte direkt im JPG-Format aufgenommen werden können.

Dann exportiert man alle Produktbilder als JPG in einen Ordner. Die weitere Bearbeitung führt man nun über eine Batch-Verarbeitung durch. Dafür erstellt man sich individuell an seinen Prozess angepasste Photoshop-Aktionen. Diese regeln ein gleiches Seitenverhältnis, unter Umständen das Freistellen der Produkte (sofern nötig und möglich) und auch einen optimierten Export in ein Webtaugliches Format.

Bildformate JPG, PNG, WebP Vor-/Nachteile

Welches Bildformat man in den individuellen Aktionen verwendet, hängt vom Anwendungszweck ab. Grundsätzlich bietet JPG bei Bildern den besten Kompromiss zwischen Qualität und Dateigröße (was sich positiv auf die Ladezeit für Deinen Shop auswirkt). JPG bietet aber nicht die Möglichkeit Transparenzen darzustellen.

Dafür benötigt man das PNG-Format. Dieses komprimiert aber nicht so stark, da es verlustfrei komprimiert. Dabei kann die Dateigröße schnell wachsen. Hier muss man sich entscheiden, ob man Transparenzen (freigestellte Produkte) für seine Produktfotos zwingend braucht. Das kommende WebP-Format kann hier zukünftig einen guten Kompromiss schaffen. Für den breiten e-Commerce Bereich würde ich es noch nicht empfehlen. Ich halte Dich aber an dieser Stelle gern auf dem Laufenden.

Export / Komprimierung

Ähnliches gilt für die Komprimierung. Idealer Weise komprimiert man jedes Bild für sich, da es stark vom Motiv abhängig ist. Bei einem Shop sollte man aber generische Werte ausprobieren und über eine Aktion auf alle anwenden. Allein die Bildmenge, die bei einem Online-Shop schnell anfallen kann, macht eine individuelle Komprimierung der einzelnen Produktfotos zu ineffizient. Es gibt zwar auch noch weitere Tools, auf die ich an dieser Stelle nicht eingehen möchte, da ich den Rahmen nicht sprengen möchte.

Ich hoffe aber, dass Dir dieser Artikel ein paar tiefgründigere Hilfestellungen für deine Produktfotografie gegeben hat. Grundsätzlich ist das erste Produktfoto ausschlaggebend und bestimmt den gesamten Prozess. Danach kann man diesen sehr stark optimieren und vereinfachen. Du musst in jedem Fall sehr gewissenhaft arbeiten, denn ein kleiner Fehler wird sich dann natürlich auf Deine ganze Serie auswirken.

Wenn Du weitere Fragen und Anregungen hast, schreibe sie gern in die Kommentare…

Viel Erfolg!

P.S. Alle mit * gekennzeichneten Links sind externe Affiliate-Links zu Produkten. Wenn Du über diese Links einkaufst, unterstützt Du diesen Blog über eine kleine Provision. Du bezahlst dabei nicht mehr!


Wie hat Dir der Beitrag gefallen?


Kommentar hinzufügen

Zurück